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Kommentar:   

 
Manchmal hat man eben Lust darauf, etwas zu schreiben   ;0)

 
Web|log,  der;  -s,  <engl.>,  meist abgekürzt mit "Blog"
   
Digitales Tagebuch im Internet. Ein Weblog ist eine Webseite, die periodisch neue Einträge enthält. Es ist ein Medium zur Darstellung des eigenen Lebens und von Meinungen zu oftmals spezifischen Themengruppen. Weiter vertieft kann es auch sowohl dem Austausch von Informationen, Gedanken und Erfahrung als auch der Kommunikation dienen und ist insofern mit dem Internetforum sehr verwandt. Die Tätigkeit des Schreibens in einem Blog wird als "bloggen" bezeichnet.

Quelle: http://www.wikipedia.de    


 
2020 26.
Jul

Wenn ich eine lĂ€ngere Schreibpause habe, dann deutet diese oft daraufhin, dass in meinen Leben einiges los ist. Zum GlĂŒck passiert dann aber auch ĂŒberwiegend etwas Positives    zwinker

Also dann versuche ich mal kurz zu berichten, was bei uns in den vergangenen Tagen so passierte.

Fangen wir damit an, dass Carsten und ich ein HĂ€uschen gebaut haben. Wir haben an unserer Wohnung einen wirklich großen Balkon dran und inzwischen haben wir dafĂŒr auch einige Gartenmöbel und einen Gasgrill zugelegt. Damit all diese Sachen nicht stets und stĂ€ndig der Sonne, dem Wind, dem Regen usw. ausgesetzt werden, haben wir schon vor einer Weile ins Auge gefasst, dafĂŒr mal einen passenden Schuppen zu suchen und aufzustellen. Vor einer Woche brachte ein Paketbote fĂŒr dieses Bauvorhaben zwei große Pakete mit vielen Einzelteilen zu unserer Wohnung. Carsten stellt sich solchen Herausforderungen nur all zu gern und so verbrachten wir fast den ganzen lieben Samstag damit, alles genau nach Anleitung zusammen zu bauen – zig Schrauben wollten verbaut werden:

Bei solchen Projekten bin ich sooooo froh, einen derart handwerklich begabten Mann „mein Schatz“ nennen zu dĂŒrfen    standard     allein wĂ€re ich damit schon beim Lesen der Anleitung gnadenlos ĂŒberfordert!

Aber am Ende des Tages war alles gĂ€nzlich aufgebaut und alle Draußendinge fanden darin tatsĂ€chlich ihren Platz:

Ich habe aber auch nicht nur zugeguckt, sondern ĂŒbernahm bereitwillig meine Lieblingsrolle: Helferlein. Wenigstens mit diesen beiden Werkzeugen kann ich inzwischen ein bisschen umgehen    zwinker

Da unser letztes Wochenende sehr arbeitsreich geworden ist, gönnten wir uns mal einen freien Tag wĂ€hrend der Arbeitswoche. Zum GlĂŒck hatten wir genug Überstunden angesammelt, um uns diesen Luxus ohne große Probleme leisten zu können.

Deshalb ging es am Dienstag gleich nach dem FrĂŒhsporteln, Duschen und FrĂŒhstĂŒcken mit dem Smartie nach Mölln. Dieser Ort gönnt sich den Beinamen „Eulenspiegelstadt“ – denn der wohl berĂŒhmteste Narr Deutschlands, Till Eulenspiegel, ist in dieser Stadt gestorben. Das steht zumindest auf seinem Gedenkstein an der St. Nikolai-Kirche:

Auf dem Marktplatz gibt es auch ein Eulenspiegelmuseum – es ist das linke, das kleinere GebĂ€ude auf dem Foto:

Und natĂŒrlich gibt es auf dem gleichen Platz auch die passende Figur am Brunnen. Wenn man bei dieser gleichzeitig an der Fußspitze und dem Daumen reibt und sich etwas wĂŒnscht, dann soll man damit auch entsprechendes GlĂŒck haben. Und da man von GlĂŒck nie genug haben kann, packte ich nur zu gern die bereits von vielen GlĂŒcksritterfingern glĂ€nzend polierten Teile der Figur ebenfalls an    standard

Es gab an diesem Dienstag nicht so viele Touristen in den Möllner Straßen, sodass uns mache StraßenzĂŒge ganz allein gehörten:

NatĂŒrlich findet man hier gefĂŒhlt an jeder Ecke entweder einen Narren …

… oder eine Eule:

An einer Straßenecke war die heitere Stimmung leider kurz vorbei, denn hier erinnerte man an ein ziemlich dunkles Kapitel der Möllner Geschichte:

Der Anschlag von Mölln war damals in allen Medien sehr prĂ€sent, das habe sogar ich trotz meiner zu dem Zeitpunkt noch recht eingeschrĂ€nkten Deutschkenntnissen verstanden …

Wir erkundeten weiterhin die Stadt per pedes, schlenderten durch den Kurpark inklusive Kneipp-Areal (siehe ganz unten), stapften einen HĂŒgel hoch zu einem markanten Wasserturm und landeten schon recht bald in einem Wildpark, welcher sogar ohne Eintritt zu besuchen war:

Schon am Eingang hörten wir GerĂ€usche, welche wir so nur von einer Passage aus Jurassic Park kannten. Das schrille, hochtönige Quicken mit asthmatisch anmutenden AtemzĂŒgen wurde hier allerdings von zwei Wildschweinkeilern erzeugt, welche wohl die Rangordnung untereinander klĂ€ren mussten. Das hat diese Hirsche nicht im geringsten gestört, denn sie erholten sich trotzdem in einem, fĂŒr Besucher frei zugĂ€nglichen Gehege und wirkten ganz entspannt hinter ihrer Zweigenbarriere:

Da war dieser WaschbĂ€r wesentlich hektischer unterwegs … immerzu auf der Suche nach etwas Fressbaren, allerdings zum Teil nur mit wenig Erfolg:

Als wir uns ursprĂŒnglich fĂŒr Mölln als Ausflugsziel entscheiden haben, hatten wir unter anderem den Gedanken, dass, falls es regnen sollte, wir die Zeit in einem Laden oder im Museum ĂŒberbrĂŒcken könnten. Aber der Petrus hatte seine eigenen PlĂ€ne und ließ den großen Regen erst dann auf die Erde los, als wir im Wildpark bzw. Wald und somit am weitesten vom stĂ€dtischen Leben entfernt waren:

Die mitunter heftigen Schauer sind derzeit aber nie von langer Dauer und wir hatten sogar das unendlich große GlĂŒck, zugleich einen kleinen Unterstand mit HolzbĂ€nkchen erreicht zu haben – so sehe ich einem Platzregen beim Prasseln auf die BlĂ€tter gern zu    standard

Am gestrigen Samstag machten wir uns in die Großstadt auf – es ging diesmal nach Hamburg. Genauer gesagt, wollten wir uns einen Überblick darĂŒber verschaffen, was man in der FußgĂ€ngerzone von HH-Bergedorf so alles zu sehen bekommt. Ich fand, dass hier eine gute Mischung aus LĂ€den und alten GebĂ€uden angeboten wird. Dies mal ein paar Impressionen unseres Einkaufs bzw. Ausflugs:

NatĂŒrlich haben wir auch den einen oder anderen Laden besucht, eine Kleinigkeit gegessen, einem Straßenmusiker zugehört  – eben das, was man bei einem Bummelnachmittag so macht … es ist ja schließlich Wochenende.

Eine Sache muss ich euch aber noch unbedingt berichten: unsere BÀrenfamilie hat völlig unerwartet Zuwachs bekommen    standard    dem Blick dieses kleinen BÀren konnten wir beide einfach nicht widerstehen    zwinker

Darf ich vorstellen: BÀrnie    standard    er wurde von den alteingesessenen BÀren schon mal sehr herzlich empfangen und liebevoll in ihren Kreis mit aufgenommen.

So, das war es, was es von uns zu berichten gibt. Carsten und ich haben uns heute recht spontan einen LĂ€mpeltag gegönnt, d.h. nicht besonders produktiv, aber dafĂŒr sehr sehr erholsam. Muss doch auch mal sein, nicht wahr?    zwinker



2020 12.
Jul

Ich muss mich ganz schön bĂ€renstark zusammenreißen, denn ich muss zugeben, dass mir das Reisen doch ganz schön fehlt – plödes Corona! Da freue ich mich schon wie ein BĂ€rserker, wenn wir wenigstens einen Ausflug in die Umgebung machen können! Und so war es auch neulich: wir fuhren fĂŒr einen Tag nach RatzebĂ€rg, auch wenn meine BĂ€reneltern diese Stadt liebĂ€r Ratzeburg nennen. Naja, sollen sie, abĂ€r ich habe es einfach im GefĂŒhl, dass sich da im Laufe der vielen Jahren ein Rechtschreibfehler eingeschlichen haben muss.

Denn gleich am Anfang wird jedem Reisendem sofort klar, wer hier das Sagen hat – man muss ĂŒbĂ€rall den BĂ€rentatzenspuren folgen:

Ich habe mir so meine eigenen Gedanken gemacht, warum diese eine so ungewöhnliche Farbe haben und bin zu dem Schluss gekommen, dass der WegweiserbÀr wahrscheinlich zuerst in einem ErdbÀrfeld war, bevor er dann zur Arbeit ging.

Bei dieser TatzengrĂ¶ĂŸe sind auch die Schritte entsprechend groß geworden. Und da meine Beine etwas kleiner sind, habe ich kurz darĂŒbĂ€r nachgedacht, ob ich einen Hilfsmittel nutzen will, abĂ€r das Pferd sah mir einfach viel zu wild aus:

Ich habe beschlossen, mich liebÀr ab und zu beim Laufen auszuruhen. Und das war auch gut so, denn ich konnte einen ganz netten Mann kennen lernen, welcher mir bei Orientierung in der Stadt sehr geholfen hat:

Er hob mich ganz behutsam auf seinen Hut und da fĂŒhlte ich mich im wahrsten Sinne des Wortes so richtig wohlbehĂŒtet:

Ich musste als Nachhut ja auch immer wieder Acht auf meine Eltern geben. Auf dem Marktplatz entfernte sich Papa meiner Meinung nach viel zu schnell, abÀr ich habe ihn dennoch immer gut im Blick behalten können:

In der Stadt gab es ĂŒbĂ€rall ganz viele Blumen, die mir sehr gut gefallen haben – ich fand das sooooo romantisch: diese vielen, bezaubĂ€rnden und duftenden Rosen!

Einfach ĂŒbĂ€rwĂ€ltigend! Ich hĂ€tte gern welche davon mitgenommen, denn ich habe in einem Schaufenster ein Portrait von einer ĂŒbĂ€rirdischen Schönheit gesehen:

Wenn ich sie finde, dann schenke ich ihr ganz bestimmt eine schöne Rose. Das wĂŒrde ihr sicher bestimmt gefallen.

Ich habe ab da versucht, mich durchzufragen, um diese bezaubÀrnde Dame zu finden, abÀr mir konnte leider keiner helfen. Ein Mann hat mir sogar seine Taschen gezeigt, um zu beweisen, dass er keine Karte zu ihrem Herzen hat:

Vielleicht mache ich mich nach Corona eine weitere Reise, um die BÀrenschönheit irgendwo unterwegs zu finden. Immerhin bin ich ja ein ganz doll erfahrener SeebÀr!

AbĂ€r das Reisen in Zeiten von Corona hat ĂŒbĂ€rraschenderweise auch seine schönen Seiten. Normalerweise besuche ich die Kirchen immer nur in einer Handtasche, abĂ€r jetzt waren so gut wie keine anderen Besucher da und ich konnte mir ungestört einmal eine Orgel ansehen. Sonst habe ich sie immer nur gehört, abĂ€r nie gesehen. Nun war es andersherum: gesehen, abĂ€r nicht gehört:

Ich hatte auch endlich mal die Chance, in einem Kreuzgang zu sitzen und meinen Gedanken nachzuhÀngen:

Ich weiß immer noch nicht so richtig, warum dieser lange Flur mit Bögendecken „Kreuzgang“ heißt. Ich habe mir die Kreuze in der Kirche immer anders vorgestellt. AbĂ€r ich fand ihn trotzdem sehr schön.

Nach so vielen EindrĂŒcken hatte ich einen BĂ€renhunger. Der Otter, der gerade einen Fisch gefangen hatte, wollte diesen abĂ€r auf gar keinen Fall mit mir teilen:

In einem Lokal war an Essen trotz des lecker riechenden Fischbrötchens auch nicht zu denken – doofer Mund-Nasen-Schutz!

Zum GlĂŒck konnte ich an einer anderen Stelle etwas von Mamas Kirschkuchen ergattern!

Das war ĂŒbĂ€rhaupt ein sehr teddyfreundliches Cafe, dort gab es fĂŒr solche wie mich sogar extra BĂ€nke in einem Strandkorb!

Diese sind zwar nicht gepolstert, wie die Menschensitze, abĂ€r ich habe ja nicht nur ein weiches Herz, sondern auch einen weichen Pops    zwinker

Kurz bevor wir wieder nach Hause fuhren, blieben wir alle noch eine Weile am RatzebĂ€rger See sitzen und haben uns ĂŒbĂ€r die bislang gemachten Reisen unterhalten und PlĂ€ne fĂŒr zukĂŒnftige AusflĂŒge geschmiedet:

Es gibt doch noch soooo viel zu entdecken!



2020 05.
Jul

Die treuen Leser meines Blogs werden bestimmt auch ohne meinen Hinweis wissen, dass der 4. Juli fĂŒr mich persönlich ein besonderer, quasi mein eigener UnabhĂ€ngigkeitstag ist. Denn genau an diesem Tag ĂŒberquerte ich 1992 die deutsch-polnische Grenze und bin seitdem in Deutschland hĂ€ngen geblieben. Nach Adam Ries sind es also inzwischen 28 Jahre geworden! Aber auch nach so vielen Jahren hierzulande stelle ich immer wieder fest, dass ich bei Weitem noch nicht alles gesehen habe, was dieses vielfĂ€ltige und geschichtlich sehr interessante Land zu bieten hat.

Deshalb ist es auch nur zu verstĂ€ndlich, dass wir in diesem Jahr meinen kleinen Feiertag natĂŒrlich dazu nutzen wollen, sich mit unserer neuen Lebensumgebung vertraut zu machen. Die Empfehlung, einmal durch Ratzeburg zu schlendern, habe ich bereits von vielen Freunden und Bekannten gehört. Und da wir unserem Autokennzeichen „RZ“ nach ohnehin zu diesem Einzugsgebiet gehören, lag dieses Ziel auf der Hand.

Carsten hat im Netz einen schönen ca. 7 km langen Rundgang durch das InselstĂ€dtchen aufgetrieben und gleich nach dem zugegeben etwas sehr spĂ€ten FrĂŒhstĂŒcks (unsere einstĂŒndige Sportstunde ist uns eben heilig … und wir wollen ja schließlich auch unbedingt wissen, wie es bei „Lost“ weitergeht) durfte unser Smartie mal wieder die Tiefgarage verlassen. Leider war nicht wirklich Cabrio-Wetter – etwas kĂŒhl und bewölkt – aber immerhin regnete es nicht in Strömen.

Der Name unseres Ziels deutet ĂŒbrigens nicht auf die besonders ausgeprĂ€gte Schlafgewohnheiten ihrer Bewohner hin, sondern auf den slawischen FĂŒrsten Ratibor, der dort einst in einer Ringburg residierte. Da Slawen schon immer viele Kosenamen erfanden, wurde aus dem stolz klingenden Ratibor eben ein Rat’se, welches am Ende eben auch Pate fĂŒr den Stadtnamen stand.

Man hat an mehreren Stellen Teile der Umrisse der einstigen, slawischen Verteidigungsanlage fĂŒr die Umwelt nachgezeichnet:

Ratzeburg ist außerdem etwas ganz besonderes, weil die Innenstadt eine richtige Inselstadt ist. Die Verbindung zum Festland folgt lediglich ĂŒber insgesamt drei DĂ€mme (2x Auto, 1x ehemalige Kleinbahn), ansonsten ist man ĂŒberall vom Wasser umgeben: vom Ratzeburger See, Domsee, Kleiner KĂŒchensee und vom KĂŒchensee. Um unserem Rundweg mĂŒhelos zu folgen, mussten wir lediglich den pinkfarbenen Tatzen auf den Wegen unsere Aufmerksamkeit schenken:

Die links am Rand liegenden, bunten Steine auf dem Foto sind Teil eines Kunstprojektes, welches zu Corona-Zeiten entstand. Die Steine wurden von verschiedenen Kindern und Erwachsenen bemalt und dort aufgereiht. Dem schriftlichen Aufruf nach war der Fantasie dabei keine Grenzen gesetzt. Hier ein paar meiner FundstĂŒcke:

Die Stadt hat nicht mal 15.000 Einwohner vorzuweisen, dafĂŒr aber eine sehr lange Geschichte. Diese wirkt dort an vielen Ecken sogar noch ziemlich lebendig – zum Greifen nahe. Ich fand es zum Beispiel sehr beeindruckend, von dem jahrhundertealten Heinrichstein am sĂŒdwestlichen Eingang zum Domhof zu stehen (auf dem Foto rechts, eingezĂ€unt):

Damit man eine bessere Vorstellung davon hat, von welchem Stein ich spreche, habe ich noch ein besseres Foto vorbereitet    zwinker

Ich hoffe, dass ihr das ohne Probleme lesen könnt    zwinker    fĂŒr die sprachlich Unbegabten wie mich hat man aber zum GlĂŒck auch die Übersetzung gleich mit aufgeschrieben: „Zu Zeiten König Konrads und Herzog Heinrichs von Sachsen kam Graf Heinrich nach Ratzeburg und gab dort als erster dem Christentum eine feste Grundlage. Seine Seele ruhe in Frieden. Amen“. Daran merkt man, die Sachsen haben schon frĂŒh ihre Spuren in dieser Gegend hinterlassen und bei unserem Besuch im Ratzeburger Dom, welcher ab 1160 gebaut wurde und heute leider zum Teil eingerĂŒstet ist, fanden wir sehr eindeutige, sĂ€chsische Andenken:

Der Dom war natĂŒrlich sehr beeindruckend, auch wenn es fĂŒr uns etwas seltsam war, durch eine Kirche mit Mundschutz laufen und sitzen zu mĂŒssen:

Aber zum GlĂŒck konnte man wenigstens draußen ohne Nase-Mund-Schutz herumlaufen    zwinker

Auch im Klosterhof ging es ohne obligatorischen „Schnutenpulli“ und von dort konnte man beim Sitzen auf einer Bank seinen Gedanken nachhĂ€ngen und sich u.a. den Bettler von Ernst Barlach ansehen:

Ein Teil der großzĂŒgigen Domanlage bietet eine Möglichkeit einer schnellen Durchfahrt – mitten durch ein Wohnhaus:

Allerdings scheint die Spannung dieses Bogens die AußenwĂ€nde des Hauses in eine schiefe Lage zu bringen:

Es sah fĂŒr uns aber dennoch sehr stabil aus    standard

Der große Dom ist natĂŒrlich nicht das einzige Gotteshaus in Ratzeburg. Wir schauten auch mal bei der evangelischen St.Petri-Kirche vorbei:

Innen ist diese sehr weiß und schlicht gehalten. Die Anordnung der BĂ€nke fanden wir allerdings ziemlich ungewohnt, denn es ist weder ein klassisches Kirchenschiff, noch eine Rundkirche – fĂŒr mich war dies eine ganz neue Art. Stellt euch ein Rechteck wie bei einer Tafel Schokolade vor und dieses Altarportal …

… samt „eingebauter Predigtkanzel (grĂŒn) und Orgel darĂŒber ist mittig an einer der beiden LĂ€ngsseiten an der Wand aufgebaut. Die BĂ€nke gehen dabei frontal und zu beiden Seiten weg. Eine Zeit lang rĂ€tselten Carsten und ich auch darĂŒber, wo denn der Orgelspieler bei diesem Aufbau sitzen könnte – wir kamen von links und des RĂ€tsels Lösung fanden wir dann auf der rechten Altarseite (hier leider etwas verdeckt).

Ebenfalls ungewohnt fanden wir auch die 1973 erbaute, katholische St. Answer Kirche – sie ist sehr modern erbaut:

Die Stadt lebt aber nicht nur von der Geschichte und von Kirchen, sondern auch von der Kunst. Das A. Paul Weber-Museum haben wir diesmal zwar nicht besucht, aber das werden wir sicherlich noch ĂŒber Kurz oder Lang nachholen, denn die bisher gesehenen Bilder (i.d.R. Illustrationen und Karikaturen) haben uns sehr gut gefallen:

Auch das Kreismuseum sieht sehr vielversprechend aus:

Man konnte auch auf den Straßen das eine oder das andere Kunstwerk entdecken, wie zum Beispiel die Skulptur „Junger Weidenhengst“ …

… oder die Statue „Der Landsmann“ vor dem Amt Lauenburgische Seen.

Die Darstellung des Braunschweiger Löwen hat in mir etwas Mitleid erweckt – ich fand, dass der Arme fĂŒr einen König der Tierwelt ganz schön mager und traurig aussieht:

Da sieht der „Taschenmann“ wesentlich gelassener aus, selbst wenn seine Taschen offensichtlich leer sind … aber er steht ja direkt vor der Sparkasse und kann dort sicherlich etwas Geld abholen:

Immerhin hat er – wenn schon kein Geld – dann wenigstens schon mal ein eigenes Gedicht von der Sparkasse bekommen:

Das nenne ich mal zielgruppengenaue Werbung    zwinker

Aber es gab unterwegs immer wieder etwas Interessantes zu entdecken. Egal ob eine kleine Lok als Wetterfahne auf dem GebĂ€ude des ehemaligen Bahnhofs …

… lustige Straßennamen und Protestaufkleber („Alpakas gegen Nazis“) …

… einen Otter mit Fisch an einem Jugendzentrum …

… oder auch eine riesige Buche, deren Astwerk einen wie in einem Zelt beherbergt:

Allerdings waren wir leider nicht mehr in ihrer NÀhe, als es ein wenig zu Tröpfeln begann:

Zum GlĂŒck war es nur von kurzer Dauer und wir konnten uns danach am Seeufer im „CafĂ© Köbke“ stĂ€rken:

Das gelbliche GetrĂ€nk im Weinglas ist Limoncello Spritz – sehr lecker, aber es hat es in sich und steigt auch sehr schnell zu Kopf, wie ich nun aus eigener Erfahrung berichten kann    standard    etwas beschwipst machte mir das bisschen Regen aber dann gar nichts mehr aus    zwinker

Alles in allem: ich fand den Ausflug zu meinem persönlichen Independance Day einfach wunderbar!

Zum Abschluss fuhren wir noch nach Salem (Wer kennt Stephen King ?) und hatten ein superleckeres Festmahl mit Antipasti und Steakteller.

Ich freue mich nun wirklich sehr, dass die Corona-Regeln nach und nach gelockert werden und wir demnÀchst sicherlich noch einige Ausflugsziele in der Umgebung aus- und dann auch besuchen können!



2020 21.
Jun

Auch wenn ich schon aufgehört habe, unsere Umzugsschritte zu zĂ€hlen und wir uns zwischenzeitlich recht gut hier eingelebt haben, bedeutet das leider noch nicht, dass unsere Einrichtung schon komplett ist. In der Werbung von Hornbach wird es immer so schön formuliert: „Es gibt immer was zu tun!“

Wir haben uns jetzt zum Beispiel ein kleines und sehr pflegeleichtes Haustier zugelegt. Den Papieren nach ist das ein Alpaka … aber ich muss gestehen, dass es auf dem ursprĂŒnglichen Foto mehr wie ein Alpaka aussah, als es jetzt in der RealitĂ€t der Fall ist. Doch nun ist beim Original der Hals um einiges kĂŒrzer als abgebildet und somit geht es fĂŒr uns eher als Schaf durch:

Dieses fĂŒgt sich zudem sehr viel besser in die hiesigen Lebensumgebung ein, denn wir haben unterwegs in Schleswig-Holstein schon zahlreiche Schafe, aber noch keine Alpakas gesehen. Unser armes Tierchen hatte ĂŒbrigens eine enorm lange Reise hinter sich. Wir haben es beim InternethĂ€ndler schon vor einigen Wochen bestellt, genauer gesagt am 10. MĂ€rz! Aber angekommen ist es erst am 9. Juni – ganze 13 Wochen spĂ€ter!!! Doch nun steht es endlich an seinem angestammten Platz vor meinem Lesesessel auf dem kuscheligsten Teppich der Wohnung und ich finde, es sieht ganz glĂŒcklich und zufrieden aus:

Ich freue mich auch darĂŒber, dass ich meine FĂŒĂŸe beim Lesen nun nicht mehr auf einen harten, ungepolsterten Holzhocker, sondern auf sein weiches Fell ablegen kann    standard

Da dieses Geschöpf in der Tat mehr einem Schaf Ă€hnelt als einem Alpaka, haben wir es kurzerhand auf Harald getauft. Die Idee dafĂŒr haben wir bei Otto Waalkes gemopst    standard

Eine weitere Sache hat ebenfalls sehr lange darauf gewartet, fĂŒr unsere Wohnung gebaut zu werden – unsere Garderobe. Wie schon so oft in unserem Leben ist es uns auch in dieser Wohnung passiert: Garderoben, welche man einfach im Laden kaufen kann, passen nicht zu der vorgesehenen Ecke … insbesondere nicht in diese, da hier immer der Weg fĂŒr den Zugang zum Ablesen von ZĂ€hlern möglich sein muss. Wir brauchen also etwas „Mobiles“ bzw. schnell VerrĂŒckbares. Da bleibt ĂŒblicherweise nur eines ĂŒbrig: selber bauen. Ich bin jedes Mal heilfroh, dass Carsten diesbezĂŒglich goldene HĂ€nde und kreative Bauideen hat. Ich ĂŒbernehme in solchen Projekten meist die Rolle der helfenden Hand, die beim Bohren und SĂ€gen den Dreck wegsaugt, sowie dem großen Baumeister Wasser und Werkzeuge reicht:

Das war dann auch beim Bauen dieser Garderobe a la OLCAs (eine Mischung aus Kommode, VintagetĂŒr-Wandgarderobe und Brettern aus dem Baumarkt) der Fall und ich finde, dass sie echt schick und Ă€ußerst praktisch geworden ist – fĂŒrs Ablesen kann die Schubladenkommode jederzeit komplett aus der Nische herausgezogen werden:

Nach dem AufhĂ€ngen unserer Jacken und Oberbekleidung konnten wir auch endlich die zwei allerletzten Umzugskartons loswerden – wenn das mal an dem Tag kein Grund zur Freude gewesen ist    zwinker

Das bislang letzte erledigte Bauprojekt kostete uns gestern so richtig Nerven. Dabei fing alles noch ganz gut an und nichts deutete auf die Hindernisse hin, die wir am Ende dann doch noch zu meistern hatten. Wir haben mit 3,70 m sehr hohe Decken und entschieden uns, oberhalb der Badewanne noch eine weitere Aufbewahrungsmöglichkeit zu basteln. Denn leider hat unsere Wohnung kein KĂ€mmerlein fĂŒr Putzmittel & Co. und Carsten hatte wie immer eine Idee, die ich echt gut fand: Einen schmalen Badezimmerschrank kaufen und diesen einfach seitlich verbauen, so dass man letztendlich ein Regal mit TĂŒren bekommt, welche man eben nach oben statt zur Seite öffnet. Mein lieber Mann hat alles ausgemessen, die nötigen Bretter zur VerstĂ€rkung der Haltekonstruktion gekauft und eben auch einen super passenden Schrank gefunden, der laut GrĂ¶ĂŸenangaben (ohne FĂŒĂŸe 183 cm) haargenau in die vorgesehene Nische (183 cm) passen sollte:

Das mit dem „haargenau“ hat sich am Ende leider als ziemlich verhĂ€ngnisvoll erwiesen, denn ein Einsetzen auf den schwebenden Unterbau wurde zur Millimeterarbeit, bei der ein Verkanten immer wieder vorkam und somit bei uns nur zu Frust fĂŒhrte. Wir hatten beim Messen nĂ€mlich u.a. nicht beachtet, dass die Halterung des Gurts fĂŒr die Fensterrollladen nicht nur ein wenig im Weg stand, sondern auch ganz schön weit von der Wand abstand. An diesem dĂ€mlichen StĂŒck eingemauertes Plastik konnten wir, egal welche Wege wir dafĂŒr in Kauf nahmen, den Schrank einfach nicht in die Nische hineinschieben! Ich glaube, ich kann das Ding kĂŒnftig „Gandalf“ nennen, denn es hat uns ganz klar bewiesen, dass wir da nicht vorbei kommen!

Nach ewigem Hin und Her, wobei ich den Schrank auch schon mal aus KrĂ€ftemangel fallen ließ und dadurch ein Loch in die RĂŒckwand riss, blieb Carsten am Ende nichts anderes ĂŒbrig, als dieses unglĂŒckliche MöbelstĂŒck in der Mitte zu teilen und das mittlere Verbindungsbrett so zurecht zu sĂ€gen, dass alles, wie ursprĂŒnglich geplant war, haargenau passte – es fehlten insgesamt sage und schreibe 5 mm … ein halber Zentimeter!!!

So wie es aussieht, sind damit aber vorerst die schlimmsten Handwerkeraufgaben erledigt. Jetzt kommt noch demnĂ€chst ein kleiner, weißer Schrank auf die Garderobe drauf (hierfĂŒr ist allerdings massig Platz!!!), oberhalb unserer ArbeitsplĂ€tze muss ein Halogen-Seilsystem quer durch das gesamte, fast 11 m breite Zimmer gespannt werden, zwei Wandlampen mĂŒssen noch vom Testaufbau (nur an den Kabeln herumbaumelnd) in den Echtbetrieb (angebohrt) umgewandelt werden und unsere Bilder und Dekorationen warten auch schon seit geraumer Zeit darauf, endlich wieder unsere WĂ€nde zu schmĂŒcken. Dann mĂŒssen wir eigentlich komplett durch sein und könnten den Rest des Sommers ohne weitere großen Bauprojekte genießen    standard

ErgÀnzung von Carsten:
Naja, nicht ganz … auf dem Balkon muss definitiv noch eine Art GartenhĂ€uschen aufgestellt werden, damit diverse Dinge, wie z.B. GartenstĂŒhle und Gasgrill sowie Blumendeko, auch im Winter vor den rauen EinflĂŒssen des Hohen Nordens geschĂŒtzt bleiben. Ein solches Konstrukt trĂ€gt man zusammengebaut nicht mal so eben locker flockig ins 2. OG, d.h. auch hier wird noch einmal eine recht zeitintensive BautĂ€tigkeit und die ein oder andere Heimwerkeridee (Wie auf dem Balkon ein Fundament fĂŒr starke Winde schaffen?) notwendig werden. Es bleibt also weiterhin spannend bei den OLCAs.



2020 03.
Jun

Der Wettergott hat sich fĂŒr das Pfingstwochenende wirklich sehr von seiner gnĂ€digen Seite gezeigt. Im Norden Deutschlands gab es drei Tage lang Sonne satt – genau wie es die Meteorologen vorausgesagt haben.

Carsten und ich beschlossen daher, den Samstag dazu zu nutzen, unsere Umgebung endlich mal per Rad zu erkunden. In den letzten Wochen kam unsere Drahtesel gar nicht mehr zum Zuge und irgendwie hat uns das Radeln tatsĂ€chlich gefehlt … endlich mal wieder eine Runde drehen können. Carsten hat eine schöne Route ausgesucht, die uns von Wentorf nach HH-Bergedorf, HH-Allermöhe, durch diverse Dörfer nach Geesthacht und am Ende wieder nach Wentorf fĂŒhrte.

Wie erwartet haben wir viel Schönes zu Gesicht bekommen. Zum Beispiel das Schloß Bergedorf, welches immerhin das einzig erhaltene Schloss auf Hamburger Stadtgebiet ist:

In Allermöhe lÀsst sich, wenn man der dort stehenden Statue Glauben schenken darf, ganz erfolgreich angeln:

Manchmal erinnerten mich vorbeiziehenden Landschaften an unseren Urlaub vor zweieinhalb Jahren in den Niederlanden:

Auf dem flachen Land hat man einen unglaublichen Weitblick!

Die Strecke fĂŒhrte uns mal auf Straßen durch Wohngebiete bzw. Dörfer und mal auf richtigen schmucken Radwegen zum Ziel:

FĂŒr mich war es wiederum sehr entspannend, dass sich trotz des tollen Wetters und langen Wochenendes bedeutend weniger Radfahrer auf diesen Wegen tĂŒmmelten, als ich es vom Dresdner Abschnitt des Elbradweges gewohnt bin. Hier machte es wesentlich mehr Spaß, da man einfach in seinem Tempo radeln konnte, ohne auf Jogger, Kinderwagen, LaufrĂ€der, FußgĂ€nger und Hundehalter achten zu mĂŒssen. Und das auch noch sehr oft nebeneinander her …

Selbst auf dem Deich an der Elbe war der Radweg so gut wie leer:

Die Elbe ist in dieser Gegend ĂŒbrigens schon wesentlich breiter als mein Auge es bislang gewohnt war:

Die Geesthachter Schleuse sieht auch recht beeindruckend aus … mein technikbegeisterter Mann war von ihr sehr angetan. Der Uhr darf man allerdings nicht glauben, sie ging ganze 2 Stunden vor!

Leider waren die BĂ€nke zum Picknicken an den fĂŒr uns attraktiven Stellen rar gesĂ€t und dadurch schon sehr oft besetzt. Deshalb verputzten wir unsere Schnittchen am alten Bahnhof von Geesthacht. Es fahren hier schon eine Weile keine ZĂŒge mehr – das BahnhofsgebĂ€ude beherbergt jetzt einen Jugendzentrum.

NatĂŒrlich haben wir unterwegs auch einen kleinen Einblick in die hiesige Tierwelt werfen können. Da es um uns herum viele kleine und große GewĂ€sser gibt, mangelt es natĂŒrlich nicht an Schnatterenten darin:

Auch Schafe auf dem Deich gehören selbstverstÀndlich mit zum norddeutschen Inventar:

Auf den Feldern in der Ferne erblickten wir immer wieder Kraniche und Störche. Den Störchen geht es in dieser Gegend offensichtlich so gut, dass sie hier gern des öfteren ihren Nachwuchs großziehen:

Auf einer frisch gemĂ€hten grĂŒnen Wiese lief ein MĂ€usebussard, wohl auf der Suche nach einem leckeren Snack fĂŒr Zwischendurch:

Auf jeden Fall haben wir auf der Strecke von 48,6 km, die wir mit Pausen in 5,5 Stunden bewÀltigt haben, jede Menge Interessantes entdecken können und uns mit unserer neuen Umgebung schon etwas mehr vertraut gemacht.

Aber auf den letzten 15 km wollte ich eigentlich nur noch nach Hause. Vor allen Dingen wollte mein Hintern endlich mal den Sattel verlassen und es sich lieber auf einer Couch gemĂŒtlich machen. Ich finde es von der Mutter Natur ganz schön gemein, dass meine „Fahrradhornhaut“, welche ich in ĂŒber vier Jahren tĂ€glichen Fahrens aufgebaut habe, sich nach popeligen drei Monaten wohl gĂ€nzlich in Luft aufgelöst hat! Jetzt darf ich keine weitere lange Pause entstehen lassen, damit ich wieder meinen Allerwertesten mit Freude und nicht mit Schmerz auf dem Sattel platzieren kann    zwinker    denn es gibt hier noch viel zu viele schöne Radstrecken, die wir nur allzu gern abfahren möchten. Ich werde euch auf dem Laufenden halten    standard



2020 13.
Mai

An manchen Tagen der letzten zwei Wochen spĂŒrte man ganz deutlich, dass der FrĂŒhling bei uns angekommen ist: Die Sonne schien, die Blumen entfalteten ihre zarten und farbigen BlĂ€tter, die Spatzen verkĂŒndeten es von allen DĂ€chern und auch einige fliegende Insekten trauten sich inzwischen wieder ins Freie. Dazu wurde gefĂŒhlt in der Umgebung alles schlagartig herrlich erfrischend grĂŒn. Wir entdeckten auch hin und wieder sogar im hohen und westlich gelegenen Norden den einen oder anderen grĂŒnen Pfeil, wenn man aufmerksam hinschaut    zwinker    den vermissen Carsten und ich wirklich sehr !

Diese grĂŒne Naturwelle ist ansteckend und so haben Carsten und ich am vergangenen Samstag einen Tag lang diverse GartenmĂ€rkte in der Umgebung besucht, um unsere Wohnung mit weiteren Pflanzen aufzuhĂŒbschen.

Am stĂ€rksten hat uns dabei Pflanzen Kölle beeindruckt! Die haben eine schier unfassbare Vielfalt an diversen Zimmer- und Gartenpflanzen! Wir waren eigentlich (nur) auf der Suche nach einigen Sukkulenten, wobei ich definitiv keine Kakteen haben wollte, denn diese Ă€rgerten mich bei jedem Umzug und auch beim Umtopfen zu sehr. Carsten hatte schon vorher im Internet drei Weinflaschen gekauft, die eine HeimstĂ€tte fĂŒr kleine Pflanzen liefern können. Also suchten wir nun nach passendem Inhalt. Was soll ich sagen: Am Ende gab es nicht nur PflĂ€nzchen in einer passenden GrĂ¶ĂŸe fĂŒr die Flaschen …

… sondern auch weitere DekostĂŒcke …

… wir kauften uns noch einige dekorativen Blumentöpfe aus Holz …

… und aus Glas:

Nur die Bepflanzung mussten wir selbst vornehmen – deshalb eben auch keine allzu großen Stacheln.

Ich muss allerdings zugeben, dass ich bei Pflanzen Kölle auch aus einem ganz anderen Grund sehr viel Freude beim Einkauf hatte: die Dekoabteilung ist dort ebenfalls enorm gut ausgestattet. Es fiel mir wirklich bĂ€rigst schwer, mich bei solchen Auslagen wie diese zurĂŒckzuhalten:

Die BĂ€ren in diesem Gartencenter haben ĂŒbrigens ein ganz entspanntes Leben:

Zum GlĂŒck hat meine hauseigene BĂ€renbande auch schon viel Interessantes erlebt, sonst wĂ€ren sie womöglich noch neidisch geworden    zwinker

Und obwohl wir auf der Suche nach ganz kleinen Freunden waren, ist unsere Auswahl bei diesem Bonsai-BĂ€umchen irgendwie aus dem Rahmen gefallen    zwinker

Aber wer sagt schon, dass ein Bonsai nur hamstergroß sein muss    ;)    ?

Mittelfristig planen wir auch unseren Balkon nach und nach zu begrĂŒnen und vor allem zu bestĂŒcken. Immerhin haben wir jetzt schon unsere Terrassenmöbel, einen Sonnenschirm und einen Gasgrill samt Gasflasche griffbereit. Die fĂŒr unsere GartenstĂŒhle passende Sitzauflagen wurden nach dem Pflanzenkauf bei einem abschließenden Besuch im „Dehner“ mit viel Sorgfalt ausgesucht:

Wie man sieht, stehen Carsten und ich sehr auf Kariert !

Letztere haben wir noch am gleichen Abend ausgetestet – nach einem langen Shoppingtag war das Grillen bei sommerlichen Temperaturen ein perfekter Tagesabschluss:

Und wĂ€hrend wir es uns auf dem Balkon gemĂŒtlich gemacht haben, konnten wir unsere anderen zwei Neuanschaffungen ansehen:

Ich habe ein bisschen Zweifel, ob ich auf dem OlivenbĂ€umchen irgendwann wirklich einmal FrĂŒchte sehen werde, aber auf eine kleine Johannisbeerernte hoffe ich definitiv ganz doll! Der Beschreibung nach sind in diesem Topf rote, weiße und schwarze Johannas vertreten. Ich bin mehr als gespannt, welche davon in diesem Sommer meinen Speiseplan aufpeppen werden    zwinker    ich werde berichten – versprochen!



2020 27.
Apr

Dank einer lieben Arbeitskollegin sind wir seit Sonntag mustergĂŒltig gewappnet …

… d.h. der Mittwoch kann kommen, denn ab dann gilt fĂŒr uns Schleswig-Holsteiner eine Nasen- und Mundschutzpflicht in öffentlichen Teilgebieten, wie z.B. LĂ€den und im öffentlichen Nahverkehr. Die BundeslĂ€nder um uns herum fangen allerdings schon am heute mit der Maskenpflicht an …

In diesem Sinne: bleibt gesund !



2020 26.
Apr

Dieses Jahr ist irgenwie so vieles gar nicht mehr so wie es war, findet ihr das nicht auch? Als ReisebĂ€r bin ich ja inzwischen gewohnt, meine BĂ€renkumpels, die liebĂ€r auf die eigenen vier WĂ€nde aufpassen wollen, immer wieder mal zu verlassen, um die große weite Welt zu entdecken. AbĂ€r nun sitzen wir schon ganz lange an einem Fleck. Gut, wir sind von Dresden erst nach Hamburg uns danach nach Wentorf umgesiedelt, abĂ€r man kann doch einen Umzug (= viel Arbeit) nicht mit einem Urlaub (= viel unterwegs) vergleichen! Und schon gar nicht das eine durch das andere ersetzen! Ich habe deshalb mal meine Mama gefragt, wann wir wieder auf Reisen gehen können. Ui, da habe ich bei ihr wohl einen wunden Punkt getroffen! Sie erklĂ€rte mir in bĂ€rengerechten Worten, dass es dieses Jahr sicherlich keine große Reise geben wird. Und im Moment sieht es sogar selbst fĂŒr AusflĂŒge nicht gut aus. Sie hat dabei ganz viel von Corona bĂ€richtet, und benutzte so seltsame Worte wie „Soziale Distanz“,  und „Verbot der BeherbĂ€rgung“. Mir war jedenfalls klar, dass ich jetzt fĂŒr einige Zeit damit leben muss, meine Bilder von vorherigen Reisen durchzugucken und mich so an die vielen ĂŒbĂ€rwĂ€ltigend schönen Orte dieser Welt zu erinnern.

Um so mehr freue ich mich, dass ich mit meiner Mama noch wenigstens im Januar fĂŒr ein paar Tage nach Sylt aufbrechen konnte. Und da ich euch darĂŒbĂ€r noch nicht erzĂ€hlt habe, hole ich das eben jetzt nach – ich habe ja jetzt ganz viel Zeit dafĂŒr.

Wenn wir sonst so verreisen, fliegen wir oder fahren mit dem Auto. AbĂ€r auf Sylt sind wir mit dem Zug gekommen – eine ganz neue Erfahrung fĂŒr mich!

Ich konnte dabei ganz viel aus dem Fenster gucken: BÀume, HÀuser, Schafe! Mama hat viel gelesen, abÀr auch immer wieder selbst aus dem Fenster in die Welt geschaut.

Als wir in unsere Ferienwohnung kamen, hatte ich ganz viele gesammelte EindrĂŒcke zu verarbeiten. Dazu musste ich auch unbedingt das Kissen fĂŒr meine Mama testen, denn ihr ist ein guter Schlaf auf Reisen ganz, ganz wichtig … hat sie gesagt!

Am nÀchsten Tag lernten wir die Insel ein bisschen nÀher kennen. Sie hat uns sogar mit ganz viel Liebe empfangen!

Als echter SeebĂ€r habe ich schon einige Inseln besucht, wie z.B. RĂŒgen, Bali oder Madeira. Ich war sogar schon auf Hawaii, aber das habe ich euch noch gar nicht erzĂ€hlt. Ich werde es mir gleich notieren, dass ich das noch nachholen muss! AbĂ€r zurĂŒck zur Nordsee und Sylt    standard

Ich habe wie erwartet viel Wasser gesehen, und natĂŒrlich auch Boote darauf:

Es fuhr immer wieder auch ein großes Schiff auf dem Meer. Mama sagte, es ist eine FĂ€hre und mit ihr kommt man sogar bis nach DĂ€nemark.

Ich war schon vor langer Zeit mal in DĂ€nemark – auf Durchreise nach Norwegen. AbĂ€r ich hĂ€tte richtig Lust, mehr von diesem Land zu sehen. Ich notiere mir das liebĂ€r auch gleich, damit ich nach diesem blöden Corona meine Mama ĂŒbĂ€rzeugen kann, dass wir dort auch mal unbedingt hinfahren mĂŒssen.

Diesmal schweife ich abĂ€r oft ab – muss an dem stĂ€ndigen Daheimbleiben liegen.  Also zurĂŒck zur eigentlichen Geschichte: Auf Sylt entdeckte ich beim Spazierengehen auch ganz viele Schafe:

Sie waren etwas distanziert, abĂ€r ich fand sie sehr freundlich. Sie lĂ€chelten sogar beim Kauen zurĂŒck:

Manche haben auch ganz lieb zurĂŒck gegrĂŒĂŸt:

Ich habe sie wirklich sehr lieb gewonnen! Leider kamen sie nicht nah genug zu mir, ich hÀtte sie nur zu gern gestreichelt, um zu wissen, ob ihr Fell genau so weich ist wie meins. Es sah irgendwie sehr danach aus. Vielleicht klappt es ja beim nÀchsten Mal.

Als kleiner BÀr ist man immer wieder darauf angewiesen, mal in die Luft gehoben zu werden, um all das zu sehen, was auch meine BÀreneltern entdecken können:

AbÀr dann bekam ich ganz plötzlich Hasenohren!!!

Ich habe ja ganz vergessen zu erwÀhnen, dass ich mit meiner Mama nicht alleine auf der Insel unterwegs war. Sie traf sich dort mit ihren Freunden Olga und Oleg aus der Ukraine:

Dass sie so warm angezogen sind, liegt am ganz schön ruppigen Seewind. Ich habe zwar dickes Fell und dementsprechend nicht sehr gefroren, abĂ€r bei manch einem Foto fegte er mich förmlich weg – bloss gut, dass meine Mama mich immer gerade noch so festhalten konnte!

Das ist ĂŒbrigens das GelĂ€nder einer unfassbar langen Treppe!

Sie war so lang, dass ich allein schon bei ihrem Anblick mĂŒde wurde und mich erstmal setzen musste:

Ein GlĂŒck, dass ich bei solchen Wegen immer meine Mitfahrgelegenheit in Mamas Handtasche habe, sonst wĂ€re ich womöglich immer noch unterwegs nach unten. Zumal der Wind mich bestimmt immer wieder nach oben geweht hĂ€tte – eine schreckliche Vorstellung!

Meine Nase hat in diesen paar Tagen ganz viel frische Seeluft geschnuppert, mein Fell wurde ordentlich durchgepustet und nun war es an der Zeit, wieder zu meinen Kumpels und zu Papa zurĂŒck zu fahren. Nach Hause ging es auch wieder mit dem Zug. AbĂ€r nun war ich von der ganzen frischen Luft viel zu mĂŒde, um mir die Landschaft durchs Fenster anzusehen. Deshalb kuschelte ich mich liebĂ€r an meine Mama und döste, bis wir wieder gesund und glĂŒcklich am Bahnhof ankamen und vom Papa begrĂŒsst und umarmt wurden.

Das war dieses Jahr bislang mein einziger Tapetenwechsel. Ich hoffe abĂ€r ganz stark, dass ich in den nĂ€chsten Wochen und Monaten doch noch ein paarmal rauskommen und euch dann ĂŒbĂ€r meine Neuentdeckungen bĂ€richten kann.

Euer Heini, der daheimbliebende ReisebĂ€r ………………………… blödes Corona!!!



2020 13.
Apr

Letztes Jahr haben wir die Osterzeit genutzt, um Belgien zu erkunden … zumindest einen Teil davon. Dieses Jahr war aufgrund der Corona-Pandemie an Extravaganzen, wie z.B. Reisen und AusflĂŒge, nicht zu denken. Carsten und ich hielten uns ganz vorbildlich an die derzeit herrschenden Vorschriften und behielten unseren Allerwertesten (fast die ganzen vier Tage) zu Hause.

Die Zeit daheim wurde aber gut genutzt, denn wir konnten so einiges bislang Liegengebliebenes nachholen. Wir haben auch gute zwei Stunden per parallelem Videochat mit unseren MĂ€dels ĂŒber Gott und die Welt quatschen und alle wieder auf einen einheitlichen Wissenstand bringen können. Ich konnte zudem ein schon lange begonnenes Buch endlich zu Ende lesen und sogar schon wieder ein neues anfangen. Viele unserer Zimmerpflanzen haben nun grĂ¶ĂŸere Töpfe und vor allem neue Erde bekommen. Und auch unser Konzept fĂŒr den kĂŒnftigen GĂ€ste- und Sportraum steht jetzt fest – dafĂŒr haben wir alles mal rausgerĂ€umt, erneut ein paar Kartons entleert und die ĂŒbrigen zumindest gesichtet, die verplanten Möbel hin & her gerĂŒckt und am Ende einen sehr guten Kompromiss aus alten OLCA-Möbeln, den SportgerĂ€ten, Stauraum und Schlafplatz finden können. Dieses Jahr habe ich mal keine Eier gefĂ€rbt, aber wenigstens meinen Haaren wollte ich einen neuen Anstrich gönnen    standard
Und ich habe ein paar neue Rezepte ausprobiert, nur auf das Backen von Osterbrot musste ich mangels Hefe (total ausverkauft – schon seit Wochen!) verzichten. Wir haben uns aber auch ausreichend Zeit fĂŒrs Nixtun und Erholung genommen – das tat echt gut!

Heute beschlossen wir, dass uns ein Spaziergang mal gut tun wĂŒrde – unsere einzige Flucht aus den eigenen vier WĂ€nden. Vor allem Carsten leidet mittlerweile etwas unter „Heimkoller“, denn aufgrund seines HomeOffice kommt er ja schon die gesamte Arbeitswoche ĂŒberhaupt nicht raus. Zum GlĂŒck ist in Schleswig-Holstein bzw. in Deutschland ein einstĂŒndiger Spaziergang zu zweit noch zugelassen … da höre ich von machen unserer internationalen Freunde schon ganz andere BeschrĂ€nkungen. Auf jeden Fall hatten wir hier im Hohen Norden ĂŒber das gesamte Osterwochenende verteilt ein tolles und sonniges FrĂŒhlingswetter. Heute schien zwar auch die Sonne wie gestern, aber es war leider schon deutlich abgekĂŒhlt: gestern ca. 20 Grad, heute 12 Grad! Aber das tat unserem Wunsch, endlich mal wieder nach Draußen zu gehen, keinen Abbruch    zwinker

Beim Hinausgehen haben wir dann zwei OstergrĂŒĂŸe entdeckt – die TĂŒte an der Klinke, die Milka-Packung auf der Klingel:

Offensichtlich stammen diese aus der Nachbarschaft und sie könnten sogar schon seit gestern oder gar Samstag dort abgelegt worden sein. Wir haben zwar ein paar „VerdĂ€chtige“, aber noch wissen wir nicht genau, wer die Rolle des Osterhasen ĂŒbernommen hat    zwinker    jedenfalls habe wir uns ĂŒber diese kleinen Aufmerksamkeiten sehr gefreut!

Noch besser gelaunt machten wir uns dann per Pedes auf den Weg in die benachbarte Gegend. Ich bin immer wieder ĂŒberrascht, wie viel Interessantes man in seiner unmittelbaren Umgebung entdecken kann, wenn man nur einmal genug Zeit zum Schlendern hat.

NatĂŒrlich haben wir auch viele schön und liebevoll geschmĂŒckte VorgĂ€rten gesehen. Das hier gefiel mir persönlich besonders gut:

Man konnte hier und da sogar den Bienen beim Arbeiten zugucken:

Auf den Straßen und Wegen gab es ganz viele verschiedene Kinderzeichnungen … die bunte Kreide wird wohl nie aus der Mode sein – zum GlĂŒck!

Erstaunlicherweise haben wir sogar auch hier einen BÀren sichten können!

Und damit Hundehalter immer daran denken, was sie beim Gassi gehen mit ihren Lieblingen nicht außer Acht lassen sollen, hat man an einer Stelle eine sehr klare und unmissverstĂ€ndliche Anweisung geschrieben:

Auf einem anderen Haus haben wir einen Schlafwandler entdeckt! In Zeiten der Selbstisolation schlafen offensichtlich einige auch tagsĂŒber tief und fest    zwinker

Die nĂ€chste Entdeckung ließ mein BĂŒchernarrenherz höher schlagen:

Der Sesam öffnete mir seine Pforten viel leichter als im alten guten MÀrchen und zeigte bereitwillig seine verborgenen SchÀtze:

Und im nebenan aufgestellten „Bökershap“ gab es natĂŒrlich auch noch zahlreiche BĂŒcher, die nach dem Prinzip „nimm 1, gib 1“ durchgetauscht werden:

Ich hĂ€tte mir zwar schon sehr gerne die „GrĂŒnen Tomaten“ unter den Nagel gerissen, aber zuerst muss ich noch ein Tauschobjekt suchen und danach kann ich dann meiner Hausbibliothek noch mehr Neues gönnen    zwinker

Generell sind hier in der Gegend diese BĂŒchertauschstellen ĂŒbrigens keine Seltenheit. Es gibt sowas in der BĂ€ckerei Junge und Carsten ist schon einige Male mit einem Linienbus zur Arbeit gefahren, in dem eben auch ein solches Regal aufgestellt ist:

Dieser Umgang mit dem gedruckten Wort macht Wentorf fĂŒr mich um so sympatischer    standard

Am Ende unseres Spaziergangs fanden wir sogar eine offene Eisdiele. Man musste fĂŒrs unbeschwerte Genießen allerdings ein paar Regeln beachten:

Wir gönnten uns jeder zwei Kugeln im Becher – fĂŒr uns das erste Eis in diesem Jahr:

NatĂŒrlich haben wir sie ganz im Sinne der Aufforderung auf dem Schilde erst in sicherer Entfernung genossen – man möchte ja niemanden in Schwierigkeiten bringen!

Es war ein richtig schöner Abschluß unseres Spaziergangs und auch des ganzen langen Osterwochenendes. Ich hoffe, dass ihr trotz der Reise- und BesuchseinschrĂ€nkungen genauso wie wir eine schöne Osterzeit hattet!



2020 05.
Apr

Ich habe es in meinem Zwischenstand Nr. 6 schon erwĂ€hnt, dass fĂŒr mich unser Umzug erst dann abgeschlossen sein wird, wenn wir nur noch eine einzige Wohnung zu betreuen haben. Nun ist dieser Zustand tatsĂ€chlich erreicht. Im MĂ€rz ĂŒberwiesen wir noch die Miete fĂŒr die Interimswohnung in Hamburg, fĂŒr die Wohnung in Dresden und fĂŒr die neue Wohnung in Wentorf. Im April mussten wir noch die Miete fĂŒr unser neues Domizil und fĂŒr das Apartamento OLCA in Striesen bezahlen. Im Mai wird es dann endlich zum ersten Mal in diesem Jahr soweit sein, dass wir nur noch unsere Residencia OLCA in Schleswig-Holstein bezahlen dĂŒrfen und wir werden auch die Kaution fĂŒr unsere Dresdner Wohnung in voller Höhe zurĂŒckbekommen    standard

Doch bis wir es tatsĂ€chlich geschafft haben, unsere Wohnung in der Tittmannstraße abzugeben, waren noch einige HĂŒrden zu bewĂ€ltigen. UrsprĂŒnglich war nĂ€mlich geplant, das wir das letzte MĂ€rzwochenende fĂŒr alles NĂŒtzliche (Restarbeiten & Übergabe) und fĂŒr alles Schöne (Verabschiedung) verwenden. Aber dann kam die Corona-Pandemie nach Deutschland und es wurde alles wesentlich schwieriger als gedacht. Unsere Feier bei unserem Lieblingsdönermann fĂŒr die Verabschiedung von den Dresdner Freunden musste gestrichen werden, weil ja deutschlandweit alle Lokale keine GĂ€ste mehr bewirten durften. Eine große Menschenansammlung ist mittlerweile ja eine Straftat. Zudem hat uns die vorab gebuchte Ferienwohnung in Dresden-Hosterwitz ein Storno geschickt, sodass Carsten und ich uns jeden Tag aufs Neue berieten, wie wir nun doch noch alles schaffen könnten – in der grĂ¶ĂŸtenteils leeren Wohnung standen ja noch eine abgebaute EinbaukĂŒche und anderer SperrmĂŒll, die WĂ€nde wiesen noch zahlreiche Löcher auf und ein paar kleinere Installationen mussten ebenfalls noch abgebaut werden. Zum GlĂŒck gab es wenigstes seitens des Vermieters Vonovia keine Absage fĂŒr den abgesprochenen Übergabetermin am 30. MĂ€rz (ein Montag, fĂŒr den wir extra Urlaub genommen haben). Es war auch noch möglich, den vorbestellten AnhĂ€nger bei Böckmann Center John abzuholen, um den SperrmĂŒll noch vor der Abgabe entsorgen zu können. Doch in den Zeiten der sozialen Distanz machte man zum Teil eben auch Wertstoffhöfe zu. GlĂŒcklicherweise hat sich Carsten telefonisch bei der Dresdner Stadtreinigung nach verfĂŒgbaren Möglichkeiten erkundigt und danach fiel uns ein Stein vom Herzen, denn ein einziger Dresdner Wertstoffhof war fĂŒr solche „NotfĂ€lle“ wie den unseren nach wie vor geöffnet.

Da wir aber nun fĂŒr das geplante Wochenende von Freitagabend bis Montagvormittag keine Unterkunft mehr hatten, unsere eigene Wohnung leider inzwischen leer und somit alles andere als wohnlich war und wir unsere Freunde aber auch nicht in die unangenehme Lage bringen wollten, nach dem heutigen Stand der Dinge zwei „Fremde“ unterzubringen, fiel der Entschluss, dass wir zweimal die 500 km hin und zurĂŒck fahren werden – also insgesamt 2000 km in zwei Tagen.

Am Samstag klingelte der Wecker um 3:15 Uhr und um 4 Uhr waren wir schon unterwegs gen Dresden. Die Autobahn wirkte echt gespenstisch, denn es fuhren kaum Autos darauf:

Carsten meinte nur, es erinnerte ihn irgendwie an die autofreien Sonntage in den 70ern und vielleicht wĂŒrden bald spielende Kinder oder SpaziergĂ€nger auf der Fahrbahn sein. Dem war zum GlĂŒck nicht so.

Diese HerrgottsfrĂŒhe und die leeren Straßen halfen aber natĂŒrlich sehr, rechtzeitig um 9 Uhr unseren bestellten AnhĂ€nger beim Verleiher in Dresden abzuholen. Die KĂŒchenteile und all der andere Kladderadatsch aus der Wohnung waren schnell verladen. Am Notfall-Wertstoffhof waren wir auf eine kleine Diskussion mit den Kollegen vor Ort eingestellt, denn inzwischen haben wir mit RZ (fĂŒr Ratzeburg oder RĂŒbenzĂŒchter … je nachdem wen man fragt) zudem noch ein ortsfremdes Autokennzeichen. Deshalb hatten wir eben auch mal alle erklĂ€renden Papiere, wie z.B. KĂŒndigungsbestĂ€tigung und Übergabetermin, zur Hand. Aber offensichtlich hat Carsten sehr ehrlich gewirkt, denn wir mussten nach einer kleinen mĂŒndlichen ErklĂ€rung nichts nachweisen und konnten so schon gegen Mittag den leeren und ausgefegten AnhĂ€nger zurĂŒckbringen:

Nun blieben noch einige Verschönerungsarbeiten in der Wohnung zu erledigen: alle Löcher in den WĂ€nden mit Maler-Acryl zuschmieren, Bad und KĂŒche putzen, alles fegen und noch einmal schnell durchwischen:

Wir haben am Ende zwar etwas lĂ€nger dafĂŒr gebraucht als gedacht, aber nun war die Wohnung komplett sauber und bereit fĂŒr eine RĂŒckgabe. Auf dem RĂŒckweg hielten wir kurz in Berlin an … 

… um Stephanie endlich ihre Geburtstagsgeschenke zu ĂŒbergeben – sie hatte bekanntlich schon Anfang Februar ihren Ehrentag gehabt! Ihr erinnert euch sicherlich, die Weihnachtsgeschenke gab es leider auch erst am 8. MĂ€rz     traurig
Dieses Jahr hat die Zeit irgendwie eine völlig andere Bedeutung als sonst bekommen    zwinker 

Wir durften bei ihr und Fabian auch zum Abendessen bleiben und fuhren daraufhin erst um 21 Uhr zurĂŒck nach Wentorf. Nach dem Ausladen der Werkzeuge und Putzsachen fielen wir gegen 1:30 Uhr sofort ins Bett. Tag 1 der Operation WohnungsĂŒbergabe und die ersten 1000 km waren damit erledigt.

Den Sonntag nutzten wir zum Regenerieren, denn in der Nacht von Sonntag auf Montag klingelte der Wecker schon wieder sehr frĂŒh um 3 Uhr und wenn man bedenkt, dass wir gerade eine Nacht zuvor die Uhren auf Sommerzeit umgestellt haben, kann man sich gut vorstellen, wie gerne wir aufstehen wollten    zwinker

An Tag 2 war die Autobahn schon etwas mehr befahren, da fĂŒr viele trotz Corona kein HomeOffice möglich sein dĂŒrfte und somit die Leute mit dem Auto zur Arbeit mussten. Wir hatten aber auch hier wieder GlĂŒck und sind dennoch wunderbar und staufrei nach Dresden durchgekommen. Unser Hausmeister von Vonovia war ebenfalls pĂŒnktlich um 10 Uhr da. Er erzĂ€hlte uns, dass er schon unsere ZĂ€hlerstĂ€nde notiert und unseren Keller geprĂŒft hat. Dort mĂŒsste allerdings noch das Linoleum entfernt werden und ein Durchfegen wurde zudem vorausgesetzt. Die letzte Aufgabe traf uns sehr unvorbereitet und da die Wohnung schon am Samstag geputzt war, nahmen wir natĂŒrlich auch alle Putzutensilien mit nach Wentorf zurĂŒck. Zum GlĂŒck fiel Carsten ein, dass er im Auto einen Handfeger fĂŒr schneereiche Tage (Thema Dach freirĂ€umen) deponiert hat. Mit diesem habe ich dann unser Kellerabteil ausgefegt … so viel Staub habe ich schon lange nicht mehr aufgewirbelt    zwinker

Aber die MĂŒhe hat sich gelohnt und die Übergabe klappte wie am SchnĂŒrchen. D.h. ab jetzt werden wir in Dresden also nun mehr als Besucher auftauchen. Vor der Abreise gen Norden deckten wir uns noch schnell im Kaufland mit einigen Lebensmitteln ein, welche bei uns eben nicht mehr so greifbar sind – insbesondere „Ostware“. Danach hatten wir aber nur noch den einen Wunsch, möglichst schnell nach Hause zu kommen! Diese RĂŒckfahrt war von allen vier Fahrten am anstrengendsten. Carsten merkte schon auf der A13 vor Berlin eine aufsteigende MĂŒdigkeit und beginnender Sekundenschlaf, daher musste auch ich auf zwei Abschnitten ans Steuer. Die erste Strecke war die Stadtautobahn durch Berlin und das im Schneeregen! Montags ist natĂŒrlich in der Stadt viel Verkehr, was das Fahren keineswegs entspannter machte    zwinker    danach war Carsten erstmal wieder wach – meine FahrkĂŒnste haben wohl selbst auf den erschöpftesten Beifahrer eine sehr aufmunternde Wirkung    zwinker

Hinter Berlin hat es noch ein wenig weiter geschneit:

Erst im Norden erreichten wir endlich wieder schönes Wetter und wesentlich weniger Verkehr auf der Autobahn (A24). Da hat selbst Carsten dann auch wieder dösen können, als ich das Steuer ĂŒbernommen habe.

Wir sind am Ende wohlbehalten, wenn auch sehr mĂŒde zu Hause angekommen. Ab dem Tag ist unser Dresdner Lebensabschnitt definitiv abgeschlossen. FĂŒr mich waren es insgesamt 25 Jahre und fĂŒr Carsten 18 … es kommt uns beiden aber gar nicht so lange vor. Jedenfalls haben wir uns dort immer sehr wohl gefĂŒhlt. Ist ja auch kein Wunder bei all den guten Freunden, welche wir dort gefunden haben! Diese Verbindungen werden hoffentlich trotz der rĂ€umlichen Entfernung auch weiterhin bestehen bleiben …